Friedrich Carl Maria von Bodeck zu Ellgau
Friedrich Carl Maria Freiherr von Bodeck zu Ellgau wurde am 5. Juli 1776 in Straßburg geboren. Er gehörte der Linie der von Bodeck zu Ellgau an, die sich seit dem 17. Jahrhundert im oberrheinischen Raum etabliert hatte.
Die politischen Umwälzungen der Französischen Revolution und die damit verbundenen Veränderungen im Elsass führten dazu, dass zahlreiche adelige Familien ihre angestammten Besitzungen aufgaben. Auch die Familie von Bodeck zu Ellgau verließ in dieser Zeit den Raum Straßburg und verlagerte ihren Lebensmittelpunkt nach Franken.
Seine Jugend verbrachte er im Umfeld des elterlichen Hauses sowie auf den Gütern der Familie. Im Alter von zwölf Jahren wurde er an die fürstbischöfliche Pagerie in Bruchsal aufgenommen, wo er eine seiner Herkunft entsprechende Ausbildung erhielt. Nach Bildungsreisen durch verschiedene Länder entschied er sich für den geistlichen Stand.
Im Jahr 1795 begab er sich nach Fulda und trat dort in den geistlichen Stand ein. Am 23. Dezember 1797 empfing er die Subdiakonatsweihe, am 18. Mai 1799 die Diakonatsweihe und am 7. Juni 1800 die Priesterweihe. Bereits am 30. September 1800 wurde er Mitglied des Domkapitels.
Neben seinen geistlichen Aufgaben übernahm er auch administrative Funktionen. Als sogenannter Commensalis war er einem Propst beigeordnet; im Jahr 1801 wurde er Präsident des Oberen Senats und der Polizei. Von 1812 bis 1816 wirkte er als oberster Berater der Schulaufsicht.
Im Jahr 1830 wurde Friedrich Carl Maria von Bodeck zu Ellgau durch Papst Pius VIII. mit Zustimmung des Königs von Bayern zum Domprobst des Würzburger Domkapitels ernannt. Am 3. November 1830 erfolgte die feierliche Einführung in sein Amt.
Am 15. Oktober 1836 ernannte ihn der Bischof von Würzburg zum Generalvikar des Bistums. Dieses Amt übte er bis kurz vor seinem Tod aus.
Friedrich Carl Maria von Bodeck zu Ellgau verstarb am 24. Mai 1838 in Würzburg.
Sein Lebensweg steht exemplarisch für den Wandel der Familie von Bodeck zu Ellgau im Übergang vom Alten Reich zur neuzeitlichen Staatenordnung. Mit ihm verbindet sich die Geschichte der Familie endgültig mit dem fränkischen Raum.
Todesanzeige des Domprobstes
Im Zuge einer Anfrage an das Domarchiv Würzburg zur Person des Domprobstes Friedrich Carl Maria von Bodeck zu Ellgau stellte das Archiv freundlicherweise auch eine Abschrift der zu seinem Tod gehaltenen Grabrede sowie eine gedruckte Todesanzeige des Domkapitels zur Verfügung.
Bemerkenswert ist dabei, dass der Verstorbene in der Anzeige als „Franz Carl von Bodeck zu Ellgau“ bezeichnet wird. Offensichtlich war in der Eile der Drucklegung niemandem bewusst, dass der Domprobst tatsächlich Friedrich hieß.