Maximilian Freiherr Bodeck von Ellgau (1883–1902)

Maximilian Otto Gustav Hubert Bonaventura Maria Freiherr Bodeck von Ellgau wurde am 03.09.1883 in Hörbranz am Bodensee geboren. Er entstammte der Heidenfelder Linie der Familie von Bodeck zu Ellgau, deren Besitz auf das ehemals säkularisierte Augustiner-Chorherrenstift Heidenfeld zurückging. Von den fünf Söhnen des Georg Karl Josef von Bodeck zu Ellgau war sein Vater Franz Ludwig Maximilian der einzige, der eine Ehe einging und damit diese Linie fortführte.

Franz Ludwig Bodeck von Ellgau und Maria Anna geb. von Hallberg zu Broich, um 1900

Eltern von Maximilian Freiherr Bodeck von Ellgau:

Franz Ludwig Freiherr Bodeck von Ellgau und Maria Anna geb. Freiin von Hallberg zu Broich (um 1900).

Archiv Mares Sachse. Reproduktion: Thomas Kremer.

Militärische Tradition prägte die Familie deutlich: Nicht nur sein Vater stand als k.u.k. Kämmerer und Hauptmann a.D. im Militärdienst, auch in der Familie seiner Mutter waren zahlreiche männliche Angehörige in militärischen Diensten tätig. Der Offiziersstand gehörte damit zum selbstverständlichen sozialen Umfeld, in dem Max aufwuchs. Vor diesem Hintergrund erscheint es folgerichtig, dass er eine militärische Ausbildung anstrebte.

Staudenhäusl in Hörbranz um 1903/1904
Das sogenannte „Staudenhäusl“ bei Hörbranz (um 1903/04), Wohnumfeld der Familie.
Archiv Mares Sachse. Reproduktion: Thomas Kremer.

Maximilian besuchte als k.u.k. Infanterie-Kadettenschüler eine Kadettenanstalt. Diese Einrichtungen waren in der Regel internatsartig organisiert und dienten der frühen militärischen Ausbildung.

Typisches Gebäude einer k.u.k. Kadettenanstalt um 1900 (Vergleichsbild)
Typisches Gebäude einer k.u.k. Kadettenanstalt um 1900 (Vergleichsabbildung).
Foto: unbekannter Fotograf (Public Domain). Quelle: Wikimedia Commons.

Tod 1902

Sein Lebensweg endete abrupt: Max verstarb am 28.07.1902, im Alter von 19 Jahren. Laut Kirchenbucheintrag starb er an einer Nierenentzündung. Was heute in vielen Fällen behandelbar erscheint, stellte um 1900 häufig eine lebensbedrohliche Erkrankung dar. Wirksame Antibiotika standen noch nicht zur Verfügung; bakterielle Infektionen konnten sich ungehindert ausbreiten und führten nicht selten innerhalb kurzer Zeit zum Tod.

Der Eintrag vermerkt, dass der Verstorbene nach Lochau überführt wurde. Im Zusammenhang mit seiner Ausbildung an einer k.u.k. Kadettenanstalt deutet dies darauf hin, dass ihn die Krankheit möglicherweise fern vom Elternhaus ereilte. Gewissheit darüber geben die überlieferten Quellen jedoch nicht.

Todesanzeige Maximilian Freiherr Bodeck von Ellgau, 1902
Todesanzeige Maximilian Freiherr Bodeck von Ellgau (1902).
Familienüberlieferung. Reproduktion: Thomas Kremer.
Kirchenbuch-Sterbeeintrag zu Maximilian Freiherr Bodeck von Ellgau, 1902
Kirchenbucheintrag zum Tod Maximilians (1902).
Kirchenbucheintrag zum Tod Maximilians, 1902. Digitalisat über Ancestry (Original: katholisches Kirchenbuch Lochau).

Grabstätte und Erinnerung

Die letzte Ruhestätte fand Maximilian auf dem Friedhof in Lochau am Bodensee. Fünf Jahre nach Max’ Tod verstarb sein Vater Franz Ludwig Maximilian Freiherr Bodeck von Ellgau; nach dem Tod seiner Mutter Maria Anna geb. Freiin von Hallberg zu Broich im Jahr 1910 wurde die Grabstätte in ihrer endgültigen Form ergänzt. Das Grab selbst ist heute leider nicht mehr erhalten. Die hier gezeigten Fotografien dokumentieren somit einen Erinnerungsort, der inzwischen verschwunden ist.

Familiengrab der Familie Bodeck von Ellgau in Lochau
Familiengrab der Familie Bodeck von Ellgau in Lochau (Fotodokumentation).
Foto: Thomas Kremer.

Schwester Anna

In der Todesanzeige Maximilians aus dem Jahr 1902 wird seine Schwester Anna Freifrau Bodeck von Ellgau als Stiftsdame des adeligen Albert-Karolinen-Stiftes erwähnt. Am 16.05.1903 heiratete sie Eduard Oskar Wilhelm Freiherrn von Brück. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor:

Nach der später erfolgten Scheidung nahm Anna wieder ihren Geburtsnamen „Bodeck von Ellgau“ an. Marie-Therese („Mares“) pflegte ihre Mutter Anna in München bis zu deren Tod im Jahr 1961. Anna wurde anschließend im Grab ihres Bruders und der Eltern in Lochau beigesetzt; eine zusätzliche Gedenktafel erinnerte an sie. Über den ältesten Sohn setzte sich die Linie von Brück fort; Nachkommen leben bis in die Gegenwart.

Zusätzliche Gedenktafel für Anna Freifrau Bodeck von Ellgau, 1961
Zusätzliche Gedenktafel für Anna Freifrau Bodeck von Ellgau († 1961) an der Grabstätte in Lochau.
Foto: Thomas Kremer.
Totenblättchen für Anna Freifrau Bodeck von Ellgau, 1961
Totenblättchen für Anna Freifrau Bodeck von Ellgau (1961).
Archiv Mares Sachse. Reproduktion: Thomas Kremer.
← zurück zur genealogischen Darstellung